Vergleich: Pflegezusatzversicherung

Haben Sie sich schon mit der Absicherung für eine eventuell entstehende Pflegebedürftigkeit beschäftigt? Wussten Sie, dass es dafür sogar eine staatliche Förderung gibt? Welche Beträge sie dafür einsetzen müssen und mit welchen Leistungen Sie rechnen können das erfahren Sie in diesem Beitrag.

Sollten Sie sich noch einmal generell mit dem Thema Pflegezusatzversicherung* beschäftigen möchten, dann empfehle ich Ihnen den Beitrag: Pflegezusatzversicherung: Kinder vor Pflegeheimkosten schützen.

Der unten aufgeführte Überblick erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ich verfolge lediglich das Ziel Ihnen zum einen einen Überblick über die unterschiedlichen Konditionen zu geben. Zum anderen die Schwierigkeiten verdeutlichen, die mit der großen Anzahl der unterschiedlichen Tarife einhergehen.

Wie sieht Ihre Zukunft aus

Darf ich Ihnen eine provokante Frage stellen? Ich mache es:

„Mit welcher Art von Pflegebedürftigkeit rechnen Sie? Werden Sie dement oder bekommen Sie einen Schlaganfall und sind so pflegebedürftig, dass Sie Pflegestufe 3 bekommen?“

Es wäre verwunderlich, wenn Sie mir eine klare Antwort geben könnten. Aber das sollten Sie eigentlich, wenn sie den richtigen Tarif für eine Pflegezusatzversicherung auswählen. Sie müssten abschätzen für welche Situation Sie vorsorgen möchten.

Ist es Ihnen wichtig, dass Sie im Falle einer Demenz, auch bei Pflegestufe 0 gut versorgt sind. Dann sollten Sie zu einem Tarif greifen, der bei Pflegestufe 0 schon einen hohen Betrag zur Verfügung stellt. Oder möchten Sie einen möglichst hohen Betrag bei Pflegestufe 3 bekommen?

Kein Mensch kann seinen zukünftigen Bedarf voraussagen. Aus diesem Grund ist ein guter Mix sinnvoll. Der in allen Phasen der Pflegebedürftigkeit einigermaßen akzeptabel unterstützt und nicht zu hohe Beiträge notwendig macht.

Pflegezusatzversicherung mit staatlicher Förderung:

Allianz Pflegezusatzversicherung central.pflege
Monatsbeitrag
(5 € sind jeweils der staatl. Zuschuss)
15,73 €
– 05,00 €
= 10,73 €
15,86 €
– 05,00 €
= 10,86
Tagessatz 25,00 € 40 €
Pflegestufe 0 75 €
10 %
120 €
10 %
Pflegestufe 1 225 €
30 %
240 €
20 %
Pflegestufe 2 450 €
60 %
360 €
30%
Pflegestufe 3 750 €
100 %
1200 €
100 %
DEVK Förderpflege R+V Pflege Förderbahr
Monatsbeitrag
(5 € sind jeweils der staatl. Zuschuss)
15,36 €
– 5,00 €
= 10,36€
15,00 €
– 05,00 €
=10,00 €
Tagessatz 21,01 €
Pflegestufe 0 72,00 €
10 %
189,09 €
30%
Pflegestufe 1 180,00€
25%
189,09 €
30%
Pflegestufe 2 468,00 €
65 %
441,21 €
70 %
Pflegestufe 3 720,00 €
100 %
630,30 €
100%
Huk Coburg SDK Pflegezusatzversicherung
Monatsbeitrag
(5 € sind jeweils der staatl. Zuschuss)
20,00 €
– 05,00 €
= 15,00 €
23,49 €
– 05,00 €
= 18,49 €
Tagessatz
Pflegestufe 0 69,49 €
10 %
87 €
10 %
Pflegestufe 1 208,49
30 %
174 €
20%
Pflegestufe 2 416,99 €
60 %
261 €
30 %
Pflegestufe 3 694,98 €
100 %
870 €
100 %

Grundlage der Berechnung ist ein 35 jähriger männlicher Antragsteller

Stand 31.10.2015

Pflegezusatzversicherung ohne staatliche Förderung:


Hanse Merkur Tarif PA

DFV Kombi-Pflege
(Eigentlich mit staatlicher Förderung.
Die Versicherung kann nur in Kombination
mit einer anderen Versicherung online
abgeschlossen werden.
Dadurch ist es aus meiner Sicht
kein Pflege-Bahr mehr. )
Monatsbeitrag 8,85 € 20,00 €
– 05,00 €
15,00 €
Tagessatz
Pflegestufe 0 187,50 €
25 %
190,00 €
Pflegestufe 1 187,50€
25%
365,00 €
Pflegestufe 2 375,00 €
50 %
675,00 €
Pflegestufe 3 750,00 €
100 %
870 €

Grundlage der Berechnung ist ein 35 jähriger männlicher Antragsteller

Stand 31.10.2015

 

Tarife ohne staatliche Förderung werden viel mehr angeboten. Es ist klar, dass die Versicherungsgesellschaften diese Tarife mehr bewerben. Im Gegensatz zu den Tarifen auf Grundlage des Pflege-Bahrs sind bei den eigenen Tarifen Gesundheitsprüfungen erlaubt. Gut möglich, dass Risikopatienten, dann keine Versicherung bekommen. Damit das finanzielle Risiko sinkt.

Aus diesem Grund habe ich hier nur zwei ausgewählt.

 

Fazit:

Die Auswahl einer Pflegezusatzversicherung ist nicht einfach. Es macht Sinn dies frühzeitig zu machen, da die Beiträge mit steigendem Lebensalter auch steigen. Trotzdem müssen Sie sich bewusst sein, dass Sie sich für lange Zeit an diesen Tarif binden. Aus diesem Grund sollten Sie eine Versicherungsgesellschaft aussuchen, der Sie zutrauen die nächsten 60 Jahre zum Wohl der Versicherten zu agieren.

 

Spannend wird sein, wie die bestehenden Tarife an die neue Pflegegrade angepasst werden. Da sich ab 2017 auch beim Leistungsumfang für Menschen mit Demenz Änderungen ergeben. Es bleibt abzuwarten, wie die Versicherungsgesellschaften auf diese Veränderungen reagieren.