Kurzzeitpflege

Die Kurzzeit steht jedem Pflegebedürftigen und Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz zu.

3 Ziele sind mit dem Angebot der Kurzzeitpflege verbunden:

Wie ich auf der Seite: Hilfe für pflegende Angehörige schon geschrieben habe dient die Kurzzeitpflege unter anderem auch dazu dem Angehörigen etwas Verschnaufpause zu verschaffen. Diese drei Gründe sind das Ziel der Kurzzeitpflege:

  1. Verhindern des Ausfalls der Pflegeperson
  2. Alternative bei Ausfall der Pflegeperson
  3. Unterstützung bei akuter Veränderung der Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen

 

Kurzzeitpflege zu Hause

Dies ist nicht möglich. Kurzzeitpflege bedeutet immer, dass eine Aufnahme in eine von den Pflegekassen zugelassene stationäre Einrichtung erfolgt. Mit folgender Ausnahme:

Kurzzeitpflege in Rehabilitations- bzw. Vorsogreinrichtungen

Wird der pflegende Angehörige in einer Rehabilitations- bzw. Vorsorgeeinrichtung behandelt, dann besteht die Möglichkeit, dass ich als Angehöriger, der gepflegt wird, in der Nähe oder in der gleichen Einrichtung zur Kurzzeitpflege aufgenommen werde. Auch wenn diese Einrichtung keine Zulassung für Pflegeleistungen hat.

Aus meiner Sicht muss hier gut überlegt werden. Ob eine adäquate Versorgung in dieser Einrichtung möglich ist. Wenn die Übernahme der Pflege am pflegenden Angehörigen bleibt besteht schnell die Gefahr, dass das Rehabiltiationsziel in Gefahr ist.

Je nach Schwere der Erkrankung des pflegenden Angehörigen ist in den meisten Fällen eine Unterbringung in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung, die die Pflege komplett gewährleistet die richtige Wahl.

Dauer der Kurzzeitpflege

Pro Kalenderjahr besteht Anspruch auf 4 Wochen Kurzzeitpflege. Es müssen keine vier Wochen am Stück genommen werden. Der Anspruch verfällt am Jahresende und kann nicht auf das Folgejahr übertragen werden.

Es besteht die Möglichkeit, die Kurzzeitpflege auf bis zu 8 Wochen zu verlängern. Dies geschieht, indem auf den Anspruch auf Verhinderungspflege zurück gegriffen wird.

Jeder Pflegebedürftige hat pro Jahr, neben dem Anspruch auf Kurzzeitpflege, auch einen Anspruch auf Verhinderungspflege, der ebenfalls 4 Wochen beträgt.

Mache ich davon Gebrauch die Verhinderungspflege zu Gunsten der Kurzzeitpflege einzusetzen, dann verringert sich mein jeweiliger Anspruch um die Tage um die ich die Kurzzeitpflege verlängere.

Die Abwägung ob die Verhinderungspflege zur Verlängerung der Kurzzeitpflege eingesetzt werden soll, ist nicht immer einfach. Ist der Anspruch einmal aufgebraucht, kann er im aktuellen Jahr nicht mehr abgerufen werden.

Kurzzeitpflege Kostenübernahme

Für 4 Wochen übernimmt die Pflegekasse die Kosten komplett.

Erhalte ich vor Antritt der Kurzzeitpflege zu Hause Pflegegeld von der Pflegekasse wird dieses für die Dauer der Kurzzeitpflege, also vier Wochen,  zur Hälfte weiter bezahlt.

Verlängere ich die Kurzzeitpflege zu Lasten der Verhinderungspflege übernimmt die Kasse auch dafür die Kosten komplett. Jedoch ist die Auszahlung der Hälfte des Pflegegeldes auf vier Wochen begrenzt.

Die Pflegekasse übernimmt nur die Kosten für die Pflegeleistungen im Pflegeheim. Andere Kosten, die in der Einrichtung der Kurzzeitpflege entstehen müssen selbst übernommen werden.

Kosten Kurzzeitpflege

Unabhängig von der Pflegestufe bekommt jeder Pflegebedürftige den gleichen Betrag.

Jeder Pflegebedürftige hat Anspruch auf 1.612 € für die Kurzzeitpflege. Nochmal so viel steht für die Verhinderungspflege zur Verfügung. So komme ich auf einen Betrag von 3.224 € pro Jahr den ich zur Deckung der Kurzzeitpflege-Kosten einsetzen kann.

Wie hoch die tatsächlichen Kosten der Kurzzeitpflege pro Tag in den einzelnen Einrichtungen sind, kann sich unterscheiden. Diese sind wiederum abhängig von der Pflegestufe. Aus diesem Grund ist es möglich, dass in der einen Einrichtung bei Pflegestufe 1 der Betrag für 28 Tage reicht, in der anderen lediglich 24 Tage für 1612 €  zu haben sind. Hier lohnt sich im Vorfeld die Einrichtungen zu vergleichen.

Kurzzeitpflege ohne Pflegestufe

Selbstverständlich können auch Menschen ohne Pflegestufe die Leistungen einer stationären Einrichtung in Anspruch nehmen.

Die Übernahme der Kurzzeitpflege-Kosten hängt dann davon ab, ob eine eingeschränkte Alltagskompetenz vorliegt.

Liegt diese nicht vor. Müssen alle Kosten, die entstehen aus dem privaten Vermögen bezahlt werden.

Hier können Sie weiter lesen:

Zum Thema stationäre Pflege sind bisher erschienen:

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