Kosten Pflegeheim

Sie sind auf dieser Seite gelandet, weil sie oder ihr Angehöriger in ein Pflegeheim umziehen soll? Keine leichte Entscheidung. Sehr gut, dass sie sich umfassend informieren.

Aus diesem Grund zuerst mein Rat, lassen sie sich nicht von Außenstehenden beeinflussen. Diese Entscheidung geht nur die direkten Familienangehörigen und den Mensch der umziehen möchte oder soll etwas an.

Leider erlebe ich in meiner beruflichen Praxis immer wieder Angehörige die mit schlechtem Gewissen zu mir kommen, weil sie Vorwürfe von Nachbarn, entfernt Verwandten oder anderen Außenstehenden bekommen.

Wenn sie diesen Schritt gut abwägen, und davon gehe ich aus, da sie sich hier auf meiner Seite informieren, dann müssen sie keinerlei schlechtes Gewissen haben.

Jetzt zu den Fakten. Darum sind sie hier. Für eine gute Planung, muss klar sein, welche Kosten im Pflegeheim entstehen und auf mich zu kommen.

Was kostet ein Pflegeheim

Ich gehe nicht davon aus, dass sie gleich ein ganzes Pflegeheim kaufen möchten. Da müsste ich Ihnen auhc ehrlich sagen, dass das Thema mir zu komplex zum erklären wäre.

Deswegen beschränke ich mich auf die Kosten für Pflegeheim-Aufenthalte.

Zieht ein Mensch in ein Pflegeheim, Altersheim oder Altenheim wie man es auch immer nennt, dann entstehen folgende Kosten:

  1. Kosten für vollstationäre Pflegeleistungen
  2. Investitionskosten
  3. Kosten für Unterkunft und Verpflegung
  4. In einigen Bundesländern kommt noch eine Ausbildungsumlage dazu

 

Was sich hinter den Investitionskosten verbirgt habe ich auf der Seite: Investitionskosten Pflegeheim ausgeführt.

Vollstationäre Pflegeleistungen

Sie machen den größten Posten bei der Abrechnung aus. Mit diesem Betrag werden die Leistungen, die ein Pflegeheim, hauptsächlich das Pflegepersonal, erbringt, abgedeckt.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Pflegepersonal rund um die Uhr einsetzen
  • Material für die Pflege vorhalten
  • Verwaltungsaufgaben
  • Laufende Kosten aus dem Pflegeheimbetrieb
  • und was sonst noch zur Alltagsgestaltung notwendig ist

Unterkunft und Verpflegung

Kosten für Unterkunft und Verpflegung werden manchmal auch als „Hotelkosten“ bezeichnet. Wobei die Überschrift: Unterkunft und Verpflegung genau das trifft, was sich dahinter verbirgt:

  • 4-5 Mahlzeiten am Tag
  • Reinigung der Zimmer und Aufenthaltsräume
  • weitere Leistungen, die zur Unterkunft eines Bewohners gehören

Ausbildungsumlage

Die Ausbildungsumlage wird in einigen Bundesländern erhoben und soll dazu dienen, dass Heime, die Ausbildungsplätze anbieten eine Unterstützung bekommen. Dieser Betrag – meist ca. 1 € pro Tag –  wird von dem Pflegeheimbetreiber in einen Topf abgeführt.

Bildet ein Pflegeheim Pflegefachpersonal aus, bekommt es einen Zuschuss aus diesem Topf.

Wie kommt die Höhe der Beträge zustande

Ein Pflegeheimbetreiber darf seine Preise nicht beliebig hoch ansetzen.

Zumindest dann nicht, wenn er mit den Pflegeversicherungsträgern(Kostenträger) abrechnen möchte. Um dies zu können muss er seine Pflegesätze mit den Kostenträgern verhandeln.

Am Ende dieser Verhandlung werden die Tagessätze – der Fachmann spricht von Pflegesätze – , die ein Pflegeheim erheben darf festgelegt.

Altenheim-Kosten sind abhängig von Pflegestufe

Es ist davon auszugehen, dass ein Mensch, dessen Selbstständigkeit abnimmt mehr Unterstützung durch das Pflegepersonal benötigt. Aus diesem Grund steigen die Kosten für das Pflegeheim, je mehr Hilfeleistungen notwendig sind.

Betrachten wir die Beträge im Einzelnen, steigt nur der 1. Betrag für die Pflegeleistungen.

Die Beträge 2.-4. bleiben immer gleich, egal welche Pflegestufe der Bewohner der Einrichtung hat.

Trotzdem ergibt sich auf den Monat gesehen eine Spanne zwischen ca. 2.000€ (ohne Pflegeeinstufung) und 4.000€ (mit Pflegestufe 3) pro Pflegeheimplatz.

Wer zahlt Pflegeheim

In erster Linie bezahlt die Altersheim-Kosten der Bewohner selbst. Insbesondere dann, wenn noch keine Pflegeeinstufung vorliegt. Dann muss ich die Kosten komplett aus Eigenmitteln finanzieren.

Ab Pflegestufe 1 bekomme ich als Pflegeheimbewohner einen Zuschuss von der Pflegekasse.

  • Pflegestufe 1: 1.064,00 €
  • Pflegestufe 2: 1.330,00 €
  • Pflegestufe 3: 1.612,00 €

Alle anderen Kosten, die entstehen muss ich aus meinem eigenen Vermögen oder Einkommen bezahlen.

Bei der Kalkulation ist es wichtig zu berücksichtigen, dass der Betrag für das Pflegeheim bei steigender Pflegestufe stärker steigt, als der Zuschuss der Pflegekasse.

Aus diesem Grund steigt der Betrag, den ich selbst bezahlen muss, je höher meine Pflegestufe ist.

Wenn mein Geld nicht reicht?

Komme ich nach reichlicher Überlegung zu dem Ergebnis, dass ein Umzug in ein Pflegeheim notwendig ist, aber die finanziellen Mittel bzw. Vermögenswerte nicht ausreichen. Dann sollte ich möglichst schnell einen Antrag beim Sozialamt stellen.

Das Verfahren bis ich einen positiven Bescheid bekomme kann sich nicht selten bis zu 3 Monate hin ziehen.

Beim Gang zum Sozialamt entsteht immer die Sorge, dass Kinder oder Enkelkinder, für die Beträge aufkommen müssen. Welche Pflegeheim-kosten Angehörige treffen können erfahren sie in einem neuen Artikel, den ich nächste Woche hier veröffentlichen werde.

Lesen Sie hier weiter:

Zum Thema stationäre Pflege sind bisher erschienen:

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