MDK Begutachtung

Wie die MDK Begutachtung abläuft. Dieser Termin schürt Ängste. Wie sie sich darauf vorbereiten, damit eine Einstufung in die richtige Pflegestufe erfolgt erfahren sie hier.

Der Begutachtungsbesuch durch den MDK

Dieser Besuch kann im Vorfeld Angst und Unsicherheit verursachen. Es geht schließlich um viel und es wird immer wieder so viel schlechtes Berichtet.
Oftmals fragen die Gutachter sehr detaillierte Fragen zur Pflege und Versorgung. Die ohne das notwendige (Fach)Wissen schnell für Verunsicherung sorgen.

Welche Vorbereitung ist notwendig

Es ist hilfreiche, wenn Sie alle vorhanden Unterlagen im Vorfeld schon zur Hand haben und bereit legen. Konkret möchte der Mitarbeiter, der zur Begutachtung kommt

  • Arztbriefe,
  • Berichte von Rehabilitationsmaßnahmen,
  • die Medikamentenverordnung und
  • die behandelnden Ärzte oder Therapeuten wissen.

Von Krankenkassen und Experten wird oft das führen eines Pflegetagebuches empfohlen.

Als Beispiel können Sie hier ein Tagebuch der Barmer sehen

Sie können dieses für sich nutzen.

Da das Ausfüllen, gerade in Vorbereitung auf die richtige Pflegestufe, einiges an Hintergrundwissen erfordert.
Empfehle ich es nicht zur Begutachtung heran zu ziehen. Um zu vermeiden, dass Angaben gemacht werden, die zu einer falschen Einstufung führen.

Ein Pflegetagebuch verleitet den Gutachter leicht, das Protokollierte abzuschreiben ohne im Gespräch die relevanten Informationen zu erheben. Dabei bleibt vieles auf der Strecke.

Der Gutachter kommt

Der Tag ist da, es klingelt an der Tür und der Gutachter betritt die Wohnung.

Noch ein Hinweis vorweg. Die Terminankündigung, die Sie per Brief vom Medizinischen Dienst erhalten. Ist meist nicht konkret im Bezug auf den Termin. Hier wird nur ein Zeitraum genannt.
Es kann schwierig sein, wenn Ihre Tochter oder Sohn berufstätig ist, dass er sich diesen Zeitraum komplett frei machen kann.
Da hilft ein Anruf beim MDK. Meist können die Mitarbeiter den Zeitraum noch weiter eingrenzen.

Jetzt klingelt es aber tatsächlich an der Türe.
Aufgrund des Zeitdruckes, den die Gutachter leider haben, wird dieser nach einer kurzen Begrüßung schnell zur Sache kommen.

Er hat einen vorgegebenen Fragenkatalog abzuarbeiten. Selten kommt es vor, dass er die Antworten noch per Hand aufschreibt. Aufgrund der notwendigen Schnelligkeit, die der MDK inzwischen erbringen muss, wird das Gutachten bei der Begutachtung schon fast komplett fertig erstellt.
Es gibt Gutachter, die diktieren die Antworten in ihren PC andere schreiben das erfasste in ein Tablett.

Turnen muss ich auch

Wenn Sie den Handstand aus dem Stand hin bekomme, werden Sie keine Pflegestufe benötigen. Deswegen sollten Sie, sofern Sie ihn  tatsächlich können nicht ungefragt vor führen. Dies war jetzt natürlich sehr überspitzt dargestellt.

Wieder zurück in die Realität. Der Gutachter wird sich Handgriffe zeigen lassen. Diese sind angelehnt an Alltagssituationen. Dabei geht es um die Fingerfertigkeit und die Beweglichkeit.

Gerade bei diesen Übungen ist es als Begleitende Person zeitweise zum Verzweifeln. Da können die Begutachteten Handgriffe und Bewegungen, die können sie im Alltag nie.
Ich war schon bei Begutachtungen dabei, wenn da der Handstand noch gekommen wäre, dann hätte ich mich nicht mehr gewundert.

Aber mal ehrlich. Das Verhalten ist eigentlich nicht verwunderlich. Ich bin mir sicher, dass auch sie sich, wenn Fremde Menschen da sind, anders verhalten. Und sich vielleicht doch noch einmal mehr anstrengen.  Eigentlich ein völlig normales Verhalten.
Dies ist in dem Moment der Begutachtung nicht zu ändern. Dann kann ich als Angehöriger nur hoffen, dass der Gutachter meinen Ausführungen glauben schenkt. Oder selbst bemerkt hat, dass diese Fähigkeiten nicht immer da sind. Daher mein Ratschlag, dass Sie dem Gutachter die Situation schildern. So wie sie im Alltag ist. Machen Sie in dem Moment Ihrem Angehörigen keinen Vorwurf. Das würde nur unnötig die Stimmung verschlechtern und Unsicherheit verstärken.

Vielleicht führt der Gutachter auch noch einen Test zur Orientierung und dem Gedächtnis durch. Es kann auch sein, dass er eine Uhr aufmalen lässt und den Begutachteten auffordert die Ziffern ein zu zeichnen. Hier geht es um eine Demenz-Erkrankung und um die erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz.

Ruck zuck vorbei

Der Besuch endet meist schneller als gedacht.

Es ist völlig normal, dass Ihnen hinter her Dinge einfallen, die Sie gar nicht angesprochen haben. Oder die nicht so gelaufen sind, wie Sie sich das vorgestellt haben.

Dies ist aber kein Grund sich sorgen zu machen. Dies sage ich als Fachmann und als jemand, der damit täglich zu tun hat. Ich kann verstehen, dass sie in dieser Situation nicht so locker sein können. Sie möchten möglichst schnell die Leistungen bekommen. Das ist absolut verständlich.

Antrag auf Pflegestufe abgelehnt

Das schlimmste was passieren kann, ist das ihr Antrag vorerst abgelehnt wird. Dagegen können sie widersprechen.

Dies bedeutet das das Verfahren länger dauert.

Aber, und das ist das Wichtige, ihr Anspruch auf die Leistung besteht ab dem Datum an dem Sie den Antrag gestellt haben.

Sie haben zum Beispiel am 15. Januar den Antrag gestellt. Egal wie lange das Verfahren zur Bewilligung der Leistungen dauert. Sie bekommen die Leistungen ab dem Datum der Antragsstellung. Rückwirkend ausbezahlt.

Hier können Sie weiter lesen:

Zum Thema Pflegestufen sind folgende Beiträge erschienen: