Antrag auf Pflegestufe – Was passiert dann?

Was passiert nach dem der Antrag auf Pflegestufe gestellt wurde. Wer besucht mich und wie sind die zeitlichen Abläufe. Gibt es Fristen, innerhalb derer ich eine Entscheidung haben muss?

Pflegestufen – wer legt sie fest?

Jetzt kommen wir zu einem Thema, das aus meine beruflichen Erfahrung nicht immer ganz einfach nach zu voll ziehen ist.
Im End-Effekt für den Menschen der auf Leistungen der Pflegekasse hofft auch nicht relevant. Aber um manchem Frust vorzubeugen ist es gut zu wissen.

Nachdem Sie bei der Pflegekasse Leistungen beantragt haben, bekommen Sie einen Brief auf dem die drei Buchstaben MDK stehen. (bei Privatkassen kommt meist ein Arzt von medicproof,  die Knappschaft hat auch noch eigene Gutachter)

Besteht die Möglichkeit, dass keine Begutachtung statt findet

Gerade, wenn eine Pflegestufe bereits besteht und es um die Schilderung der veränderten Situation geht, kann ein gut ausgearbeiteter Antrag genügen um eine Einstufung nach Aktenlage zu erreichen.  HIerbei findet dann ebenfalls eine Begutachtung statt, diese findet dann aufgrund der Bestehenden Akten und den eingereichten Unterlagen statt.

Bei einem erstmaligen Antrag wird in der Regel immer eine Begutachtung statt finden und Ihnen wird ein Termin mitgeteilt.

Ich habe gehört auch die Pflegekasse muss sich an Fristen halten

Dies ist vollkommen richtig. Gerade bei einer erstmaligen Beantragung von Leistungen wurde bei der Gesetzgebung berücksichtigt, dass in bestimmten Situationen, zu denen ich gleich komme,  die Notwendigkeit besteht schnell zu handeln.  Aus diesem Grund wurde festgelegt, dass innerhalb von einer Woche nach Antragseingang eine Begutachtung erfolgen muss, wenn:

  • der Mensch um den es geht sich derzeit im Krankenhaus oder einer stationären Rehabilitationseinrichtung ist und es darum geht, dass im Anschluss:
    • die Pflege zu Hause oder in einer stationären Einrichtung (Pflegeheim, WG usw.) sichergestellt werden muss
    • ein Angehöriger zur Versorgung des Betroffenen eine Freistellung durch seinen Arbeitgeber nach dem Pflegezeitgesetz beantragt hat oder eine Familienpflegezeit beantragen möchte.

Die Frist von einer Woche gilt auch, wenn ein Mensch sich in einem Hospiz befindet oder zu Hause aufgrund seiner Erkrankung spezielle (palliative) Pflege erhält, da von einer Verbesserung der Situation nicht mehr auszugehen ist und das Lebensende nahe ist.

Eine Frist von zwei Wochen gilt, bei einem Menschen, der zu Hause versorgt wird und ein Angehöriger will Pflegezeit oder Familienpflegezeit in Anspruch nehmen.

Generell gilt, dass innerhalb von 5 Wochen nach dem der Antrag gestellt wurde, eine Entscheidung vorliegen muss.

Pflegebegutachtung ist erfolgt, und dann?

Die ist der Punkt den ich immer wieder erklären muss und der so nicht bekannt ist.

Der Gutachter des medizinischen Dienstes oder von medicproof erstellt sein Gutachten im Auftrag der jeweiligen Pflegekasse.
Diese wird sich dann das Gutachten ansehen und hat die Möglichkeit dem Gutachten entsprechend zu handeln oder auch eine vom Gutachten abweichende Entscheidung zu fällen.

Dies Bedeutet, wenn es im konkreten Fall um eine Höherstufung von Pflegestufe 1 in Pflegestufe 2 geht und der Mitarbeiter der Pflegekasse der Meinung ist, dass weiterhin die Pflegestufe 1 ausreichend ist, dann werde ich als Pflegebedürftiger einen freundlichen Brief meiner Pflegekasse erhalten, in diesem wird mir noch freundlicher mitgeteilt, dass nach Begutachtung durch den jeweiligen Gutachter festgestellt wurde, dass ich einen Pflegebedarf habe, der der Pflegestufe 1 entspricht und die Kasse sich freut mir weiterhin so und so viel Pflegegeld zu bezahlen oder eben Sachleistungen in entsprechender Höhe zu gewähren.

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Zum Thema Pflegestufen sind folgende Beiträge erschienen: