Betreuungs- und Entlastungsleistungen

Jeder Pflegebedürftige hat Anspruch auf zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen. Der Weg wie diese geltend gemacht werden und was sich hinter diesen Leistungen verbirgt, das erkläre ich auf dieser Seite.

Gedacht waren die Betreuungsleistungen ursprünglich um dem zusätzlichen Betreuungsaufwand von Menschen mit Demenz gerecht zu werden.

Seit 1.1.2015 stehen 104 € für Betreuungs- und Entlastungsleistungen, wie sie inzwischen genannt werden, jedem Menschen mit einer Pflegebedürftigkeit zu.

Menschen, die eine vom MDK bestätigte erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz haben, bekommen diese 104 € unabhängig von der Zuordnung zu einer Pflegestufe.

Hat ein Mensch eine in erhöhtem Maße eingeschränkte Alltagskompetenz, dann hat er Anspruch auf Leistungen in Höhe von 208 €.

Für welche Leistungen kann der Betrag verwendet werden

Der Betrag kann für folgende Angebote und Dienstleistungen verwendet werden:

  • Tages- und Nachtpflege und Kurzzeitpflege
  • zugelassene Pflegedienste mit Angebote zur Betreuung, Anleitung und hauswirtschaftlicher Unterstützung

Leider muss ich mit einem weiteren Wortungetüm in diesem Zusammenhang aufwarten:

–> niederschwellige Betreuungs- Entlastungsangebote:

Möchte ich ein solches Angebot anbieten unterliege ich  Regelungen der einzelnen Landesregierungen. In diesen wird geregelt, welche Mindestvoraussetzungen ich als Anbieter einer solchen Leistung erfüllen muss. Meist muss ich eine pflegefachliche Anleitung der beteiligten Ehrenamtlichen Helfer erbringen können und muss ein Konzept erstellen wie ich sicherstelle, dass qualitativ hochwertige Betreuung gewährleistet wird.

Niederschwellige Angebote finden sie als:

  • Betreuungsgruppen für Menschen mit Demenz
  • Angebote um durch Helfer pflegende Angehörige stundenweise zu entlasten
  • Tagesbetreuung oder Einzelbetreuungsangebote
  • Service für haushaltsnahe Dienstleistungen
  • Alltagsbegleiter
  • Pflegebegleiter

statt.

Für die letzten drei genannten Leistungen gibt es in einigen Bundesländern noch keine ausgearbeiteten Richtlinien, somit können diese leider noch nicht Angeboten werden, obwohl die Versicherten einen Anspruch auf diese Leistung hätten.

In  Baden-Württemberg finden sie Gruppen – Angebote für Menschen mit Demenz zum Beispiel bei der Alzheimer Gesellschaft. Auf diesen Seiten können sie auch nach Betreuungsangebote in ihrer Nähe suchen.

Adressen für Betreuungs- und Entlastungsangebote in anderen Bundesländer finden sich auf der Seite des Bundesverband der Alzheimer Gesellschaft.

Es gibt aber auch Pflegedienste oder Kirchengemeinden, Wohlfahrtsverbände oder kommunale Anbieter und Selbsthilfegruppen die Betreuungs- und  Entlastungsleistungen anbieten.

Wie bekomme ich diese Leistungen finanziert

Dazu müssen Sie einen Anspruch bei der Pflegekasse für ein bestimmtes Angebot stellen oder Ihre tatsächlichen Aufwendungen zum Beispiel durch Abrechnungen vorweisen.

Der Anspruch auf die Leistungen besteht monatlich. Haben Sie in einem Monat keine Leistungen in Anspruch genommen, so können Sie dies im Folgemonat des gleichen Jahres immer noch machen. Daher ist es auch möglich die 104 € zum Beispiel für die Kurzzeitpflege einzusetzen.

So können Sie zum Beispiel im Juni, wenn Sie dieses Jahr noch keine Leistungen in Anspruch genommen haben, Ihren Kurzzeitpflegeaufenthalt mit zusätzlichen 624 € finanzieren.

Der Anspruch eines Jahres wird ohne Antrag in das nächste Kalenderhalbjahr übernommen. Nutzen Sie in 2015 keinen Cent Ihrer 104 € oder 208 €, dann können Sie dies gesammelt immer noch bis zum 30.6.2016 machen.

Pflegesachleistungsbetrag für Angebote der Betreuungs- und Entlastungsleistungen

Es ist möglich, dass Sie  bis zu 40 % des Ihnen zustehenden Pflegesachleistungsbetrages für die Betreuungs- und Entlastungsleistungen nutzen.

Dies ist nur sinnvoll, wenn Sie diesen nicht für Pflegesachleistungen in Anspruch nehmen müssen. Schöpfen Sie jedoch nicht alles aus. Dann ist es eine gute Möglichkeit, um zum Beispiel noch mehr Unterstützung bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten zu bekommen oder pflegenden Angehörigen die Möglichkeit zu schaffen, einen weiteren Nachmittag Zeit für sich zu haben.

 

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