Ansprüche bei Pflegestufe 0

Eigentlich gibt es die Pflegestufe 0 als solche nicht. Trotzdem haben Sie Ansprüchen auf Leistungen der Pflegekasse, auch wenn Sie in keine der Pflegestufen 1 bis 3 eingestuft sind. Welche Leistungen dies sind, das erläutere ich Ihnen mit meinem heutigen Beitrag.

Es gibt Menschen die haben Erkrankungen, die führen zu keinem erhöhten Pflegeaufwand. Dazu gehört zum Beispiel die Demenz im Frühstadium. Bei diesen Erkrankungen liegt der Hilfebedarf eher im Bereich der Betreuung. Damit diese Gruppe der Menschen, die in Ihrer Kompetenz den Alltag zu bewältigen eingeschränkt sind, auch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung zurückgreifen können, wurde der Aspekt der Begutachtung erweitert. Der medizinische Dienst begutachtet nicht nur den Bedarf an Hilfe bei der Körperpflege oder im Haushalt. Sondern inzwischen auch die Kompetenz seinen Alltag selbst zu gestalten. Wie dies geschieht können Sie auf der Seite: Eingeschränkte Alltagskompetenz lesen.

Wird bei dieser Begutachtung eine eingeschränkte Alltagskompetenz festgestellt und der Hilfebedarf bei der Körperpflege, Mobilität und Hauswirtschaft rechtfertigt noch keine Pflegestufe 1 oder höher, dann wird von der sogenannten Pflegestufe 0 geredet.

Mit einer (erheblich) eingeschränkten Alltagskompetenz haben Sie Anspruch auf folgende Leistungen:

Betreuungs- und Entlastungsleistungen

Je nach Ausprägung der eingeschränkten Alltagskompetenz erhalten Sie einen monatlich einen Grundbetrag von derzeit 104 € oder den erhöhten Betrag von 208 €. Sie können anerkannte Betreuungs- und Entlastungsleistungen in Höhe der Beträge in Anspruch nehmen.

Näheres zu Betreuungs- und Entlastungsleistungen erfahren Sie auf der entsprechenden Seite. Klicken Sie hier.

Pflegegeld/Pflegesachleistungen bei Pflegestufe 0

Bei Pflegestufe 0 haben Sie Anspruch auf ein monatliches Pflegegeld in Höhe von 123 € oder auf ambulante Pflegeleistungen im Wert von monatlich 231 €.

Wohngruppenzuschlag

Möchten Sie in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft leben, dann haben Sie auch mit Pflegestufe 0 die Möglichkeit einen monatlichen Pauschalbetrag von 205 € zu beantragen.

Anschubfinanzierung zur Gründung einer Wohngemeinschaft

Wer eine Wohngemeinschaft gründen möchte kann einmalig 2.500 € beantragen. Pro Wohngemeinschaft können jedoch nur maximal 10.000 € beantragt werden. Diese Möglichkeit der Anschubfinanzierung ist begrenzt auf 30 Millionen Euro. Dies ist als erstes Fördervolumen festgelegt worden.

Verhinderungspflege

Was sich hinter dem Begriff der Verhinderungspflege verbirgt dürfte der aufmerksame Leser seit letzter Woche wissen. Für alle, die neu auf meiner Seite sind empfehle ich nochmal den Beitrag zum Thema Verhinderungspflege durchzulesen. klicken Sie hier.

Kurzzeitpflege

Steht eine längere Abwesenheit der Pflegeperson an und der eine Versorgung zu Hause ist nicht möglich, dann stehen im Jahr mindestens vier Wochen für Kurzzeitpflege zur Verfügung. Reicht dies nicht aus, dann kann auch noch auf das Budget der Verhinderungspflege zurückgegriffen werden.

Pflegehilfsmittel

Auf dieses Thema bin ich in diesem Monat auch schon eingegangen und bitte Sie aus diesem Grund näheres dem Beitrag dazu zu entnehmen. Klicken Sie hier.

Zuschuss zur Wohungsanpassung

Bleiben Sie als Mensch, der in seiner Alltagskompetenz eingeschränkt ist zu Hause wohnen, kann es notwendig sein die Wohnung an Ihre Einschränkungen anzupassen. Dazu stehen pro Maßnahme bis zu 4.000 € zur Verfügung. Diese müssen vor dem Umbau bei der Pflegekasse beantragt werden.

Verändert sich Ihre Situation. Entweder durch eine andere Erkrankung oder durch das Fortschreiten der Bestehenden, dann kann erneut eine Umbau-Maßnahme mit bis 4.000€ beantragt werden.

Tages- oder Nachtpflege

Im Monat können bis zu 231 € für Leistungen der Tages- oder Nachtpflege in Anspruch genommen werden.

Fazit

Auch bei Pflegestufe 0 bestehen spätestens seit dem 1.1.2015 unterschiedlichste Angebote und Möglichkeiten Leistungen in Anspruch zu nehmen. Die Situation wird sich zum 1.1.2017 noch einmal verbessern. Menschen die bisher schon eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz haben, bekommen dann bei der Umstellung auf Pflegegrade, einen höheren Pflegegrad  zugesprochen.