Anspruch auf Verhinderungspflege

In letzte Zeit bekomme ich von Kunden immer wieder zu hören, dass Sie bei der Beratung Ihrer Krankenversicherung zu hören bekamen, dass Sie keinen Anspruch auf Leistungen der Verhinderungspflege hätten. Erfahren Sie in diesem Artikel, wer ab wann Anspruch auf Leistungen der Verhinderungspflege hat.

Die Verhinderungspflege ist für die Zeiten gedacht, in der die Pflegeperson verhindert ist. Das kann entweder durch Krankheit, Urlaub oder Kur sein. Oder aber durch Verhinderungen, die Stundenweise vorkommen. In den Zeiten, die die Pflegeperson nicht anwesend ist, wird die Pflege von einer anderen Person erbracht und damit der Pflegebedürftige weiter zu Hause versorgt. Das ist die Unterscheidung zur Kurzzeitpflege. Bei dieser wird der pflegebedürftige Mensch in einer Pflegeeinrichtung versorgt.

Es gibt zwei wesentliche Voraussetzungen für den Anspruch der Verhinderungspflege.

  1. Der Pflegebedürftige muss in eine der Pflegestufe 1-3 eingestuft sein, oder eine eingeschränkte Alltagskompetenz haben.
  2. Der Pflegebedürftige muss vor dem Antrag mindestens 6 Monate in  der häuslichen Umgebung versorgt worden sein.

Sind diese beiden Punkte erfüllt, dann hat jeder Mensch Anspruch auf Verhinderungspflege. Egal was ein Mitarbeiter einer Krankenkasse am Telefon oder im persönlichen Gespräch sagt.

Verhinderungspflege durch wen?

Verhinderungspflege kann durch jeden beliebigen Menschen in Ihrer Umgebung erbracht werden, oder durch einen Pflegedienst.

Es gibt lediglich eine Unterscheidung beim Betrag der Ihnen zur Verfügung steht. Dies bedeutet in dem Fall, wenn die  Person, die die Ersatzpflege leistet, bis zum zweiten Grad mit dem Pflegebedürftigen verwandt ist, lediglich der Betrag des Pflegegeldes multipliziert mit 1,5 zur Verfügung steht.

Für Personen die nicht verwandt oder weiter entfernt verwandt sind steht ein Betrag von 1612 € im Jahr zur Verfügung.

Der gleiche Betrag gilt, wenn die Pflege von einem Pflegedienst erbracht wird. Hier können Pflegesachleistungen in Höhe von 1.612€ in Anspruch genommen werden.

Tage oder Stundenweise

Hier beginnt die ganze Sache schon kompliziert zu werden.
Verhinderungspflege kann entweder Stundenweise beantragt werden. Oder für komplette Tage.

Das hängt  davon ab, wie die Pflegeperson verhindert ist.

Die Pflegekasse rechnet bei Abwesenheit von mehr als 8 Stunden täglich mit einem Tag.

Im Jahr stehen für Verhinderungspflege 28 Tage zur Verfügung.

Das Pflegegeld wird an diesen Tagen nur zur Hälfte bezahlt.
Bei Stundenweiser Abwesenheit ändert sich am Pflegegeld nichts.

Da die Sache etwas komplizierter ist. Versuche ich es nochmal zu verdeutlichen.
Wird die Abwesenheit in Tagen berechnet, dann gilt die Obergrenze von 28 Tagen im Jahr.

Wird die Abwesenheit in Stunden beantragt, dann gilt die Obergrenze von 1.612 € im Jahr.

Wie bekomme ich die Leistungen

Die Verhinderungspflege müssen Sie beantragen.

Nehmen Sie Pflegesachleistungen über einen Pflegedienst in Anspruch, dann regelt der Pflegedienst die Abrechnung mit der Pflegekasse für Sie.

Anders sieht es aus, wenn die Verhinderungspflege von Nachbarn oder anderen Personen erbracht wird. Dann müssen Sie die entstanden Kosten nachweisen. Dies können Sie entweder durch eine „Art Rechnung“ oder einem Schriftstück auf dem die Pflegeperson bestätigt die Ersatzpflege in dem Umfang erbracht zu haben. Dann wird Ihnen ein Aufwand von bis zu 1.612 € erstattet.

Wenn die Verhinderungspflege nicht ausreicht

Sollten die vier Wochen oder 1.612€ nicht ausreichen, dann besteht die Möglichkeit auf den Anspruch der Kurzzeitpflege zuzugreifen.

Dadurch haben Sie die Möglichkeit bis zu 2.418 € im Jahr für Leistungen der Verhinderungspflege zu erhalten. Gleichzeitig verringert sich dadurch aber der Anspruch auf Kurzzeitpflege entsprechend. Sie müssen auch beachten, dass bei einer Abrechnung nach Tagen der Anspruch auf Pflegegeld nach 4 Wochen endet.

Auf der Seite: Verhinderungspflege finden Sie ergänzende Informationen zu diesem Thema.