Anspruch auf Pflegehilfsmittel – Ja, Nein, Vielleicht

Zum Abschluss der Reihe: „Ansprüche gegenüber der Pflegeversicherung“ möchte ich zu einem sehr großen Themenbereich kommen.
Dem Anspruch auf Pflegehilfsmittel.
Schon wieder? Das hatten wir im Januar doch schon.

Richtig sie werden in diesem Beitrag erfahren, dass sich unter der Überschrift Pflegehilfsmittel eine Vielzahl an Unterstützungen verbirgt.
Gleichzeitig stellt der Beitrag heute der Start eines neuen Themenschwerpunktes für den Februar dar.
Es wird um unterschiedliche Arten von technischen Pflegehilfsmittel gehen.

Lassen Sie mich Ihnen einen Überblick vermitteln, wie sie zu einem Pflegehilfsmittel kommen. Was sie machen, wenn es abgelehnt wurde.
Und was Sie sonst noch bei diesem Thema wissen sollten.

 

Was sind Pflegehilfsmittel

Es gibt laut Pflegeversicherungsgesetz drei unterschiedliche Arten, die im Paragrafen zum Thema Pflegehilfsmittel genannt werden:

  1. Pflegehilfsmittel zum Verbrauch
  2. Wohnumfeldverbessernde Maßnamhen
  3. Technische Pflegehilfsmittel

Und genau um die letztgenannten soll es heute und in den Beiträgen im Februar gehen.

technische Pflegehilfsmittel

Technische Pflegehilfsmittel sind ein riesiger Bereich und dazu gehören viele verschiedene Produktarten.
Die Geräte und Hilfsmittel, die von der Pflegeversicherung finanziert werden sind in drei Gruppen eingeteilt:

Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege

z.B. Urinflaschen, Kopfwaschsysteme für Menschen, die das Bett nicht verlassen können, Duschwagen, Hygienesitze, Pflegebetten

pflegehilfsmittel zur selbstständigen Lebensführung/Mobilität

z.B. Notrufsysteme,

Pflegehilfsmittel zur Linderung von Beschwerden

z.B. Lagerungsrollen

 

Wer bezahlt für Pflegehilfsmittel

Die technischen Pflegehilfsmittel sind in einem sogenannten Hilfsmittelkatalog gelistet. Dieser Katalog ändert sich immer wieder.

Neben den oben genannten Kategorien gibt es noch eine Vielzahl anderer Kategorien, denen Gerät zugeordnet sind.
Fallen Gerätschaften und Hilfsmittel unter eine der drei Kategorien, dann ist Ihre Pflegekasse der Ansprechpartner.
Andere Positionen können aufgrund der Tatsache, dass Erkrankungen kompensiert werden, von der Krankenkasse übernommen werden.

 

In diesem Hilfsmittelverzeichnis sind bestimmte Ausführungen der Hilfsmittel verzeichnet. Für die entweder die Pflegekasse oder die Krankenkasse aufkommt.
Möchten Sie darüber hinaus weitere Funktionen oder Ausstattungen haben. Dann kommt dafür die Kasse nicht auf und sie müssen es aus eigener Tasche bezahlen.

Wie kommen Sie an das richtige Hilfsmittel

Grundsätzlich müssen Sie nicht wissen zu welcher Kategorie welches Gerät gehört.
Das Prozedere der Beantragung ist egal, ob die Pflegekasse zuständig ist oder die Krankenkasse, das gleich.

  1. Sie müssen sich zu aller erst an Ihren Arzt wenden und ein Rezept mit der richtigen Diagnose ausstellen lassen.
  2. Reichen Sie dies bei Ihrer Kranken- oder Pflegekasse zur Genehmigung ein.
    Es kann passieren, dass Ihre Kasse Ihnen daraufhin Formulare zusendet, die Sie ausfüllen müssen.
  3. Haben Sie das Formular vollständig ausgefüllt senden Sie es an Ihre Kasse und warten auf die Genehmigung des
    Hilfsmittels oder Sie bekommen direkt einen Liefertermin. Inzwischen haben einige Kranken-/Pflegekasse eigene Lieferanten.

Pflegehilfsmittel werden grundsätzlich nur leihweise überlassen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll die Kasse zu informieren, wenn Geräte nicht mehr benötigt werden.
Ist der Pflegebedürftige verstorben, sollten Sie auch darauf achten, dass die Geräte und Hilfsmittel wieder zurückgegeben werden.
Einige Kassen werden bei Verlust unangenehm.

 

Der Dauerbrenner – was tun bei Ablehnung

Wenn das Hilfsmittel abgelehnt wurde, dann haben Sie innerhalb von 4 Wochen Zeit der Entscheidung zu widersprechen.

Oft wird ein Pflegehilfsmittel besonders bei Menschen, die in einem Pflegeheim leben abgelehnt. Dies wird begründet, dass das Pflegeheim dieses vorhalten müsse.
Diese Aussage ist aber in bestimmten Fällen falsch.

Auch Menschen im Pflegeheim haben  Anspruch auf Hilfsmittel, die auf Ihre Bedürfnisse angepasst werden müssen.
Darunter fallen Rollatoren, Rollstühle und ähnliches.

Wichtig ist eine Unterscheidung. Dienen die Hilfsmittel zur Erleichterung der Pflege? Dann muss das Pflegeheim aufkommen
Dienen die Hilfsmittel zur Kompensierung einer individuellen Erkrankung? Dann ist die Krankenkasse in der Pflicht.

 

Gibt es Fachleute für Pflegehilfsmittel

Die Profis in Sachen Pflegehilfsmittel sind die Sanitätshäuser.
Sie können Sie beraten, welche Hilfsmittel es gibt und was in Ihrer Situation das Passende ist.

In vielen Sanitätshäuser* bekommen Sie auch Unterstützung bei der Antragsstellung.

Serie im Februar

Der Markt für Pflegehilfsmittel ist riesig und es gibt viele unterschiedliche Hersteller.

Im Februar möchte ich Ihnen einige Hilfsmittel vorstellen und Ihnen erläutern auf was sie achten müssen.
Für welchen Einsatz sie geeignet sind und welche Hilfsmittel Sie selbst anschaffen können oder gar sollten.

Daher freue ich mich Sie wieder begrüßen zu dürfen. Bis dahin können Sie sich gerne in meinen Newsletter-Verteiler eintragen.

Dann informiere ich Sie regelmäßig über neue Beiträge und Angebote.

Diese Beiträge bzw. Seiten haben Sie im Januar besonders interessiert:

  1. Pflegegeld ab 2017
  2. Pflegegeld bei Krankenhausaufenthalt
  3. Online-Kurs-Angebot
  4. Lewy-Body-Demenz
  5. Pflegegrad
  6. Stürze: 10 Tipps sie erfolgreich zu vermeiden Teil 2
  7. Kurzzeitpflege
  8. Demenzpodcast
  9. Pflegeheim: Zu teuer oder Abzocke?
  10. Eingeschränkte Alltagskompetenz