Hitze und Ihre Folgen- Richtig handeln

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Letzte Woche hatten wird das erste Mal Temperaturen jenseits von 30 C.

Wenn wir wissenschaftlichen Untersuchungen glauben schenken möchten. Dann werden unsere Sommer in Zukunft heißer und extremer.

Gerade bei älteren und Menschen, die aufgrund von Krankheit auf Hilfe angewiesen sind, besteht die Gefahr, dass sie unter Hitzeeinwirkungen besonders leiden. Wie du mit spezielle Vorsichtsmaßnahmen, diese Risiken minimieren kannst. Darüber möchte ich heute schreiben-

Der Körper gewöhnt sich dran

Es ist richtig, dass sich unser Körper an große Hitze gewöhnen kann. Bei Kranken und älteren Menschen geschieht dies aber langsamer und nicht immer reibungslos.

Im Frühsommer führen gerade Temperaturspitzen und der rasche Wechsel zwischen Wetterereignissen zu einer großen Belastung des Organismus. Aber auch später im Jahr, wenn die Temperaturen über längere Zeit anhaltend hoch sind, ist das Gesundheitsrisiko genauso hoch.

Neben der Gefahr, dass sich vorhandene Probleme wie Verstopfung, oder andere von der Flüssigkeitszufuhr abhängige Erkrankungen verstärken, gibt es zwei Ereignisse aufgrund von Hitze, die sehr schnell lebensbedrohlich werden können:

Hitzeerschöpfung mit Flüssigkeitsmangel

Sie wird durch eine Veränderung des Flüssigkeitshaushaltes im Körper hervorgerufen. Insbesondere durch Schwitzen, eventuell kombiniert mit zu wenigem Trinken, entsteht die Erschöpfung über mehrere Tage.

 Hitzschlag

Ein Hitzschlag ist eine lebensbedrohliche Situation und immer ein medizinischer Notfall.

Es  gerät die Körpertemperatur außer Kontrolle und steigt rasch an.

Anzeichen:

  • ungewöhnliche Unruhe, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl
  • Schläfrigkeit, starkes Durstgefühl
  • heiße, trockene, rote Haut
  • Verwirrtheit, Krampfanfälle, eine Eintrübung des Bewusstseins bis zur Bewusstlosigkeit

Da sich ein Hitzschlag sehr schnell entwickeln kann (1-6 Stunden) und ohne Gegenmaßnahmen innerhalb von 24 Stunden zum Tod führen kann ist immer ein Arztkontakt notwendig. Bei den letzten Punkten ist eine Verständigung des Rettungsdienstes unter 112 notwendig.

Bis der Arzt oder der Rettungsdienst kommt solltest Du, wenn möglich mit der Person an einen kühleren Ort gehen, für Luftzug sorgen, enge Kleidung lockern und versuchen etwas zu trinken zu geben.

Gefahr für wen?

Besonders gefährdet sind Personen ab 65 Jahren. Das Risiko steigt je älter die Menschen sind. Besteht schon eine Erkrankung die zu Erinnerungslücken, Gedächtnisstörungen oder Orientierungsstörungen führt, musst Du genauer auf die Trinkmenge achten und der gefährdete Mensch muss intensiver beobachtet werden. Um eine Verhaltensveränderung gleich fest zustellen.

Vorsicht ist bei der Einnahme von bestimmten Medikamenten oder Erkrankungen geboten. Am besten frägst Du schon im Vorfeld den Hausarzt um Rat.

Hitze: Gesundheitstipps für Senioren und Menschen mit Erkrankungen

Der wichtigste Punkt ist, informiere dich wie das Wetter wird..
Im Rundfunk, Internet(z.B. Deutscher Wetterdienst) oder Fernsehen ist die Wettervorhersage für die nächsten zwei bis drei Tage ziemlich genau und der Deutsche Wetterdienst verbreitet über diese Medien entsprechende Hitzewarnungen. Du kannst auch eine eigene  Wetterstation* kaufen.

Besondere Maßnahmen musst Du für Räume treffen, in denen sich ein Mensch aufhält, der zum Beispiel das Bett nicht mehr verlassen kann.

Wenn möglich solltest Du diese Räume morgens und abends Lüften. Dann wenn die Temperatur kühler ist. Verdunkle die Räume tagsüber mit Rollläden oder Vorhängen. Elektrische Beleuchtung oder Geräte wie Fernseher, PC und ähnliches sind zusätzliche Wärmequellen und sollten in der Zeit nicht, oder nur eingeschränkt,  benutzt werden.

Bei Menschen, die im Bett liegen, sollte sich unter der Decke möglichst wenig Hitze stauen. Deswegen empfiehlt sich auf Bettdecke zu verzichten und nur ein Lacken oder der Bezug zum zudecken zu verwenden. Durchgeschwitzte Bettwäsche und Kleidung sollte regelmäßig gewechselt werden. Es ist angenehmer auf nicht benötigte Kleidung zu verzichten.

Trinken, aber richtig

Jeder kennt das Problem, ob bei sich selbst oder bei Menschen mit denen man zu tun hat. Die empfohlenen 1500 bis 2000 ml sind schwer zu erreichen. Sind sie im „normalen“ Alltag schon wichtig. So sind sie bei extremen Temperaturen noch wichtiger.

Vergisst Du gerne das Trinken oder kümmern sich mehrere Menschen um eine hilfsbedürftige Person ist es sinnvoll, das was getrunken wurde aufzuschreiben. Ein normales Trinkglas hat normalerweise zwischen 200 und 250 ml Inhalt.

Lange war die Meinung der Fachleute, dass Kaffee bei dieser Aufzählung nicht gewertet werden soll. Dies ist heutzutage nicht mehr so. Zähle ihn ruhig zu den 2000 ml dazu. Er sollte aber nicht über die Hälfte der täglichen Menge ausmachen.

Am besten ist, Du stellst pro Stunde zwei Gläser bereit. Die leer getrunken werden sollten.

Das richtige Getränk

Dass Du keinen heißen Tee oder andere heiße Getränke zu Dir nimmst, bzw. einem anderen Menschen anbietest ist klar. Aber gerade, wenn es richtig heiß ist, sollten es auch keine gekühlten oder eiskalten Getränke sein

Das hat den einfachen Grund, dass diese das Durstgefühl zu schnell reduzieren. Das gleiche gilt auch für sehr kalte Speisen.

Gut eignen sich folgende Getränke:

  • kühler oder lauwarmer Früchte- bzw. Kräutertee
  • Saftschorle
  • Mineralwasser
  • Leitungswasser

Durch starkes Schwitzen verliert der Körper Salze. Diese müssen auf irgendeinem Weg wieder zugeführt werden. Kann dies nicht durch das Essen in ausreichendem Maß erfolgen, sollten sie darauf achten, dass sie Mineralwasser mit einem Natriumgehalt von >20 mg/l verwenden und dieses Tees oder Säften vorziehen.

Dieser Hinweis ist sehr wichtig für Menschen, die Flüssigkeit und Nahrung über eine Magensonde erhalten. Oft wird hier Leitungswasser verwendet. Besser ist die Verwendung von Mineralwasser.

Selten wird bei diesen Personen, an den heißen Tagen daran gedacht, die Flüssigkeitsmenge zu verändern. Was aber bei starkem schwitzen durchaus Sinn machen kann.

Die wollen mich ertränken

Als Pflegefachkraft kenne ich die Problematik, dass viele Menschen Getränke ablehnen oder die notwendige Menge nicht erreicht wird.

Wie oft hatte ich zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen gegen das Vergessen und die Ablehnungshaltung unserer Bewohner anzukämpfen.

Eine gute Möglichkeit den Körper trotzdem mit Flüssigkeit zu versorgen sind wasserreiche Speisen:

  • kalte Suppen
  • Kompott
  • wasserreiche Früchte
    • Melone, Pfirsich, Erdbeere
  • Gemüse: Tomaten und Gurken

Getränke löffeln

Zum Abschluss noch ein Tipp mit dem ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Bei Menschen mit Demenz hatte ich oft das Problem, dass sie das Trinken abgelehnt haben.

Sie haben aber durchaus Speisen aus einem Teller oder Schüssel gelöffelt. Im Handel (hier bei Amazon: RESOURCE Thickenup Pulver) erhalten sie ein Pulver, dass hauptsächlich für Menschen, die Probleme beim Schlucken haben, verwendet wird. Mithilfe dieses Pulvers können sie Getränke andicken. Je nachdem wie viel sie zugeben, desto dickflüssiger bzw. fester wird die Flüssigkeit.

Auf diese Art und Weise ist es mir schon passiert, dass Menschen, die am Tag sonst auf eine Trinkmenge von maximal 800 ml gekommen sind, löffelnderweise 1500 bis 2000 ml zu sich genommen haben.

 

Was sind Deine Erfahrungen mit der Hitze?

Hast Du noch Fragen?

Schreibe mir in die Kommentare oder über das Kontaktformular.

Habe ich einen guten Tipp vergessen. Dann freue ich mich, wenn Du ihn mir verrätst und ich werde den Artikel noch ergänzen.

Diese Tipps finden sie auch in einem Faltblatt des Sozialministeriums Baden-Württembergs. Es richtet sich mehr an Einrichtungen und Hausärzte, aber beinhaltet für Laien auch wichtige Informationen.

 

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