Pflegeheimumzug: Pro und Contra

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Wer einen pflegebedürftigen Angehörigen versorgt, oder für einen nahen Angehörigen da ist, der steht öfter vor der Frage. Funktioniert die Pflege zu Hause noch oder ist ein Pflegeheimumzug die bessere Alternative. Welche Ängste und Sorgen bei dieser Entscheidung auf Seiten der Betroffenen mitschwingen und was bei den Angehörigen zur Entscheidung beitragen kann, das möchte ich heute gegenüberstellen.

Welche Gefühle entstehen bei Ihnen, wenn Sie an ein Pflegeheim denken. Welche Emotionen beschleichen Sie, wenn Sie an die Möglichkeit denken später selbst ein solches Umziehen zu müssen.

Daniela Flemming und Christine Kreter haben diese Gedanken und Gefühle in Ihrem Buch „ Ja zum Alten- und Pflegeheim“ gegenübergestellt:

Pflegeheimumzug aus der Sicht des pflegebedürftigen Menschen:

Negativ:

  • im Speisesaal muss unappetitliches angesehen werden und selbst wird man beobachtet
  • Verlust der Intims- und Privatsphäre
  • Gefühl abgeschoben zu werden
  • kein Besuch, da man in Vergessenheit gerät
  • Haus muss verkauft werden, da das Geld nicht reicht
  • Endgültigkeit, das ist die letzte Station
  • raus aus dem gewohnten heimatlichen Umfeld
  • nur ein Zimmer, es kann nur wenig mitgenommen werden
  • viele liebgewonnene Stücke können nicht mitgenommen werden
  • komplett andere Situation erfordert ein Umstellen
  • viele fremde Menschen
  • zurechtfinden in fremder Umgebung
  • Befürchtung nicht mehr selbstbestimmt handeln zu können
  • Befürchtung bevormundet zu werden
  • Tagesablauf ist fremdbestimmt

Positiv:

  • zusammen leben mit Menschen, die auch auf Hilfe angewiesen sind
  • neue Menschen werden kennen gelernt, soziale Kontakt können gepflegt werden
  • keine soziale Isolation mehr
  • Wunsch nach Rückzug durch eigenes Zimmer möglich
  • auch bei Einschränkungen der Mobilität können Veranstaltungen besucht werden
  • Selbstständiges Bewegen im Pflegeheim und den angrenzenden Flächen ist auch mit Rollator/Rollstuhl möglich
  • Zimmer kann selbst gestaltet werden, mit Erinnerungsstücken
  • es besteht die Möglichkeit in ein Pflegeheim in der näheren Umgebung des früheren Lebensmittelpunktes zu ziehen oder in die Nähe der Kinder
  • Angehörige haben weniger Sorgen
  • das Gefühl anderen zur Last zu fallen kann abnehmen
  • Hilfe ist Rund-um-die Uhr da
  • für regelmäßige Mahlzeiten ist gesorgt
  • es besteht die Möglichkeit, dass sich der Allgemeinzustand verbessert aufgrund regelmäßiger Mahlzeiten und der richtigen Medikation
  • Belastung/Sorge um den Haushalt fällt weg
  • es ist nicht mehr notwendig zu Kochen und einkaufen zu gehen
  • Hilfe bei Körperpflege gehört zum Leistungsumfang
  • Ordnung im Zimmer wird gemacht und für frische Bettwäsche gesorgt, wenn dies selbst nicht mehr möglich ist
  • es ist jederzeit möglich Besuch zu empfangen

Gedanken der Angehörigen zum Umzug in ein Pflegeheim

Für Angehörige bzw. diejenigen, die zu entscheiden haben ob ein Umzug in ein Pflegeheim Sinn macht, spielen andere Argumente eine Rolle. Oft gehen diese Argumente mit einem schlechten Gewissen gegenüber dem pflegebedürftigen Angehörigen einher.

Die Argumente können sein:

Contra:

Der Angehörige denkt:

  • der Pflegebedürftige fühlt sich abgeschoben und im Stich gelassen;
  • möchte nicht einsehen, dass es die Familie gut mit ihm meint;
  • akzeptiert nicht, dass die Pflege Familienangehörige an die eigene Belastungsgrenze bringt;
  • Gefühl Pflegeversprechen gebrochen zu haben
  • bekommt das Gefühl suggeriert oder hat das Gefühl Verräter zu sein
  • Gefühl ein schlechter Angehöriger zu sein
  • ist die Versorgung im Pflegeheim ähnlich gut?
  • Befürchtung, dass auf Gewohnheiten keine Rücksicht genommen wird
  • Befürchtung, dass die Veränderung zur Verschlechterung der Gesundheit führt
  • Sorge vor Kosten, auch für Angehörige

Positiv:

  • der pflegebedürftige Angehörige ist rundum versorgt
  • Pflege und Versorgung ist Tag und Nacht gesichert
  • Egal welche Situation eintritt, die Pflegefachkräfte wissen was zu tun ist
  • bei guter Beratung zu den entstehenden Kosten, kann man sich schon im Vorfeld darauf einstellen was auf einen zu kommt und entsprechend reagieren

Durch die positiven Aspekte kann der pflegende Angehörige wieder aufatmen und dadurch wieder Zeit für sich und seine Familie finden.

Mehrmals durfte ich erleben, wie Ehepartner von Menschen, die neu in ein Pflegeheim eingezogen sind, wirklich am Ende ihrer Kräfte waren. Im Laufe der Zeit konnte ich spüren, dass es ihnen gut getan hat, dass sie keinen 24 Stunden Job mehr hatten und die Verantwortung abgeben konnten.

Fazit

Der Schritt in ein Pflegeheim umzuziehen ist oft endgültig und nüchtern betrachtet  oft die letzte schwere Entscheidung in einem Leben. Diese gilt es gut abzuwägen und vorzubereiten.

Meine Erfahrung zeigt, dass Menschen, die sich bewusst für den Umzug in ein Pflegeheim entscheiden konnten, diesen Schritt annehmen konnten und im Laufe der Zeit sogar einiges positives über Ihren Alltag im Pflegeheim berichten konnten.

Bei Menschen mit Demenz ist der Umzug in ein Pflegeheim meist nicht die Entscheidung desjenigen der erkrankt ist, sondern der Angehörigen. Meist ist der Umzug gleichbedeutend mit dem Ende der Leidenszeit bei Angehörigen. Auch für den Menschen mit Demenz kann es eine positive Veränderung bedeuten.

So kann einem gesteigerten Drang nach Bewegung in einer klug gestalteten Pflegeeinrichtung besser befriedigt werden, als dies in meist wenig behindertengerechte eigenen vier Wänden der Fall ist.

Die Möglichkeit soziale Kontakte zu haben ist in einer Einrichtung problemloser möglich. Zumindest im Vergleich zum eigenen Haus, dass Sie ohne fremde Hilfe nicht mehr verlassen können.

Worauf Sie bei der Auswahl eines Pflegeheimes für Menschen mit Demenz achten sollten. Darum soll es in einem späteren Beitrag gehen.

Meine Meinung und meine Erfahrung ist, dass es durchaus positive Aspekte gibt, die für einen Umzug in ein Pflegeheim sprechen.

Bei der Pflege von Menschen mit Demenz würde ich sogar so weit gehen, dass es zwangsläufig einen Punkt gibt, an dem der Umzug in ein Pflegeheim für alle Beteiligten, sowohl Pflegenden, als auch Gepflegten, unumgänglich ist.

Was Sie bei der Auswahl eines guten Pflegeheimes beachten sollten habe ich in einer Checkliste zusammengefasst. Wenn Sie Ihre E-Mail-Adresse auf dieser Seite eintragen, dann sende ich Ihnen die Checkliste noch heute zu.

Checkliste zur Auswahl eines Pflegeheimes

 

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