Mein Partner muss ins Pflegeheim

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Wenn Dein Ehepartner ins Pflegeheim umziehen muss. Was passiert dann mit dir? Habt Ihr Euch soweit abgesichert, dass Du Dir keine Sorgen machst. Beschleicht Dich bei Medienberichten von, durch Pflegeheimumzug verarmten Mensch, ein mulmiges Gefühl? Dann möchte ich Dir Antworten geben. Mit was musst Du rechnen und wie kannst Du richtig vorsorgen. 

Jeder findet in seinem Bekanntenkreis Berichte, die davon handeln, dass zur Finanzierung eines Pflegeheimplatzes der letzte Groschen gegeben werden musste. Oft das eigene Haus verkauft werden musste. Oder der Ehepartner nicht mehr wusste, von was er leben soll.

Pflegeheimumzug – Welche regelmäßigen Kosten entstehen

In meinem Beitrag Pflegeheim: Zu teuer oder Abzocke  bin ich ausführlich darauf eingegangen wie sich der monatliche Betrag für ein Pflegeheim zusammensetzt.

Daher bekommst Du hier nur einen groben Überblick.

Ein durchschnittlicher Pflegeplatz kostet ab 3000 € im Monat. Davon übernimmt die Pflegekasse – abhängig des Pflegegrades – zwischen 770 und 2005 €. Der Rest ist der sogenannte Eigenanteil. Der Eigenanteil ist der Betrag den Du, nach Abzug des Zuschusses von der Pflegekasse, selbst bezahlen musst.

Seit 1.1. 2017  hat sich die Systematik des Eigenanteils geändert.

Je mehr Hilfe notwendig ist, desto höher ist der Pflegegrad. Bis Ende 2016 hat das bedeutet. Je höher der Pflegegrad, desto höher der Eigenanteil. Dies ist jetzt nicht mehr der Fall.

Jetzt kannst du mit einem festen Eigenanteil rechnen. Es ist egal welcher Pflegegrad vorliegt. Der Eigenteil bleibt immer gleich und verändert sich nicht bei Veränderung des Hilfebedarfes.

Die Höhe des Eigenanteils ist von Pflegeheim zu Pflegeheim unterschiedlich. Konkrete durchschnittliche Zahlen habe ich noch nicht gefunden. Du kannst bei den Pflegeheimen in deiner Umgebung nachfragen und wirst wahrscheinlich eine Spanne zwischen 1800 € und 2500 € finden.

Kosten decken – Aber wie?

Nachdem du den Schock verdaut hast, dass jeden Monat Kosten in Höhe von ca. 2000 € entstehen werden. Musst Du Dich wohl oder übel dran setzen und sehen wo dieses Geld herkommen kann.

Die erste Quelle ist das Einkommen Deines Ehepartners. Dazu gehören alle Arten von Rentenzahlungen.

  • Altersrente
  • Betriebsrente
  • Beamtenrente
  • Zahlungen der privaten Rentenversicherung
  • Witwenrente
  • Erwerbsminderungsrente

Eine weitere Quelle können andere monatliche Einkünfte sein. Das können Zinsen auf Vermögenswerte oder Miteinnahmen sein. Wenn Du Dir Eure Situation ansiehst, kannst du vielleicht noch mehr monatliche Einkünfte entdecken.

Die Rente des Ehepartners reicht nicht

Du hast Dir die finanzielle Situation Deines Ehepartners angesehen und hast festgestellt. Die monatlichen Einkünfte liegen unter dem Eigenanteil.

Dann muss ich Dir leider sagen, dass jetzt Du an der Reihe bist.

In Deutschland ist es so geregelt, dass der Ehepartner für die entstehenden Kosten aufkommen muss.

Anhand eines Beispiels wird Dir vielleicht deutlich warum das nicht ganz ungerecht ist, wie es Dir jetzt in Deiner eigenen Situation erscheint:

Eine Frau hat drei Kinder groß gezogen. Es ist leider immer noch so, dass Sie dadurch weniger in die Rentenkasse eingezahlt hat. Logische Konsequenz. Ihre Rente fällt dementsprechend klein aus.

Wird Sie Pflegebedürftig und kann nur in einem Pflegeheim versorgt werden, dann reicht die Rente nicht aus um die Kosten zu decken.

Da ist es dann nur gerecht, wenn Ihr Ehepartner an den Kosten beteiligt wird.

Beim schreiben gerade wurde mir bewusst auf welchen Konservativen Annahmen das Recht noch basiert.

Auf der einen Seite gut.

Auf der anderen Seite zeigt die Realität genügend Beispiele, dass es nicht mehr ganz die Realität widerspiegelt. Möglich, dass dein derzeitiger Ehepartner nichts für deine drei Kinder kann, oder Du nichts für Ihre/Seine. Aber dieser Gedankengang würde jetzt zu weit führen. Also zurück zum eigentlichen Thema.

Was bleibt mir? Muss ich für alle Kosten aufkommen?

Wie gerade beschrieben muss der Ehepartner für alle Kosten aufkommen.

Wenn Dir das kein Kopfzerbrechen bereitet, dann gehörst du zu den Menschen, die gut vorgesorgt haben oder hast einen Job, der Dir gutes Geld bringt.

Alle anderen dürfen gemeinsam mit mir abwägen, wann der Gang zum Sozialamt notwendig wird und wann er nicht sinnvoll ist.

Für viele Menschen haben die Worte „Gang zum Sozialamt“ einen negativen Klang. Ich möchte dies völlig wertfrei verstanden wissen.

Bevor Du diesen Schritt in Erwägung ziehst musst Du Dir Deine finanzielle Situation ansehen.

Deine eigene Einkünfte musst Du nicht komplett nutzen. In der Düsseldorfer Tabelle ist geregelt welcher Anteil deines Gehaltes du nicht einsetzen musst.

Bist Du erwerbstätig liegt dein Selbstbehalt bei 1080 €. Bist Du nicht mehr erwerbstätig. Dann liegt Dein Selbstbehalt bei 880 €.

Hast Du andere Vermögenswerte, dann gibt es dabei ein sogenanntes Schonvermögen. Dazu zählt:

  • Vermögen aus öffentlichen Mitteln, das dazu dient den Aufbau oder die Sicherung einer Lebensgrundlage oder zur Gründung eines Hausstandes gewährt wird bzw. wurde.
  • angemessener Hausrat
  • Gegenstände, die zur Aufnahme oder zur Fortsetzung der Berufsausbildung oder der Erwerbstätigkeit unentbehrlich sind.
  • Familien- und Erbstücke
  • Gegenstände, die zur Befriedigung, geistiger, besonders wissenschaftlicher oder künstlerischer Bedürfnisse dienen und deren Besitz kein Luxus ist.
  • kleinere Barbeträge.

Euer Hausgrundstück und Euer Familieneigenheim zählen zum Schonvermögen – sofern es angemessen erscheint. Dazu zählen keine Mehrfamilienhäuser, Appartmenthäuser und Geschäftsgebäude.

Auch wenn Dein Partner in ein Pflegeheim umgezogen ist. Verliert das Eigenheim den Status als Schonvermögen nicht. Wenn es durch Dich bewohnt wird.

Stellst Du fest, dass nach Abzug deines Selbstbehaltes und und unter Einbezug des Schonvermögens, nicht genügend Geld zur Deckung der Kosten vorhanden ist. Dann kannst Du ohne schlechtes Gewissen einen Antrag auf Sozialhilfe stellen.

Meinen Angehörigen soll es so nicht ergehen

Bist Du ein Mensch, der gerne für später vorsorgt und vertraust auf Versicherungsunternehmen. Dann gibt es in inzwischen die Möglichkeit Dich mit staatlicher Hilfe vor der Kostenlücke zu schützen. Der sogenannte Pflege-Bahr ist eine Versicherung, die als sogenannte Pflegezusatzversicherung angeboten wird. Du kannst mit staatlicher Förderung für eine Pflegebedürftigkeit vorsorgen.

Mehr zu diesem Thema erfährst Du durch Klick hier.

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