Diese 5 Themen solltest Du beachten bevor du Pflegefall wirst

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Zum Glück können wir nicht in die Zukunft sehen. Das würde wahrscheinlich nur zu Kriegen oder Depressionen führen.

Nein, ich möchte mit diesem Artikel heute nicht das ganz große Rad drehen. Es geht nicht darum die Welt zu erklären.

Es geht lediglich zu Beginn zu klären, dass wir nicht in unser Zukunft blicken können. Keiner kennt den Augenblick und den Zeitpunkt, wann ein Ereignis im Leben dazu führt, dass ein Mensch pflegebedürftig wird. Wir wissen nicht ob wir Gesund durchs Leben gehen oder nicht.

Klar wir können Statistiken bemühen. Aber weißt  Du dann ob Du der eine von 30 oder 50 bist den es trifft? Nein, das weiß zum Glück keiner. Würde es doch bedeuten, dass unsere Solidargemeinschaft noch schlechter funktionieren würde.

Ich bin davon überzeugt, dass dies dazu führen würde, dass derjenige der schon im Vor raus weiß, dass er „relativ“ gesund durchs Leben geht und die Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung nur in geringem Maße in Anspruch nehmen wird. Nicht bereit ist einen höheren Beitrag zu bezahlen.

Zum Glück wissen wir nicht was uns die Zukunft bringt.

Leider bedeutet das auf der anderen Seite, dass Du für einige Eventualitäten vorgesorgt haben solltest.

Ich habe für Dich heute 5 Punkte aufgelistet, die Du auf jeden Fall vor Eintritt einer Pflegebedürftigkeit geklärt haben solltest.

1. Vollmacht und Patientenverfügung

Stell Dir vor Du wirst pflegebedürftig, kannst keine Entscheidungen mehr treffen und keiner kann für deine Interessen eintreten. Kein Mensch in deinem Umfeld kann der notwendigen Operation zustimmen.

Eine schreckliche Vorstellung. Ich würde jetzt zu tief ins Betreuungsrecht einsteigen, wenn ich Dir erkläre welche Abläufe dann in Gang kommen. Das kannst du unter: Betreuungsverfügung lesen.

Mit nur einem Schriftstück kannst Du dieses Problem komplett umgehen. Du erstellst eine Vorsorge-Vollmacht.

Wie diese aussehen sollte und wann Du zur Erstellung einen Notar aufsuchen solltest das erfährst du in meinem Online-Kurs: Vorsorgevollmacht-Warum?

 

Eine sinnvolle Ergänzung zu einer Vorsorgevollmacht ist die Patientenverfügung. Darin benennst Du konkrete Handlungsanweisungen für detailliert beschriebene Szenarien. Diese sind – sofern genau beschreiben- für den behandelnden Arzt dann auch verbindlich.

Daher ist die Patientenverfügung eine gute Entlastung für Angehörige in einer äußerst belastenden und extremen Situation. Das für und Wider einer Patientenverfügung und die Alternativen dazu beschreibe ich Dir unter: Patientenverfügung

 

2. Pflegeheim ja oder nein

Meine Frau sagt bei diesem Thema immer ganz deutlich zu mir, wie Sie es gerne hätte. Auch in meinem Podcast-Interview mit Latife hat sie berichtet, dass Sie in der Familie deutlich darüber reden.

Soll die Pflege in der Familie stattfinden oder nicht. Ich finde wichtig, dass dies thematisiert wird.

 

Wichtig ist mir im Rahmen dieser Diskussion immer, dass bei der alternative Pflegeheim nicht von einem Abschieben geredet wird. Gerade heute habe ich in einer Facebook-Gruppe von pflegenden Angehörigen gelesen, dass einem Mitglied vorgeworfen wird, dass Sie Ihren Angehörigen in ein Pflegeheim abgeschoben hat. Ich habe es schon öfter geschrieben und ich bin weiterhin davon überzeugt, dass in 99% der Fälle diese Entscheidung nicht leichtfertig getroffen wird.

 

Wie viel einfacher ist es, wenn schon zu Beginn ein klares Statement von Dir getroffen wurde.

Wenn ich davon rede, dass eine Entscheidung Pflegeheim ja oder nein getroffen werden soll. Dann enttäusche oder verärgere ich Dich jetzt vielleicht.

Die Aussage ich möchte nie in ein Pflegeheim. Also ein klares und kompromissloses Nein zu einem Pflegeheim. Diese Option gibt es für mich nicht.

Wer dies fordert. Der ist aus meiner Sicht egoistisch, kompromisslos und naiv.

 

Für mich gibt es lediglich die Überlegung. Was mute ich meinem Umfeld zu. Was kann mein Umfeld leisten und in welche Situationen möchte ich es meinem Angehörigen nicht mehr zumuten für meine Pflege und Betreuung aufzukommen.

 

Ich finde, dass wir uns klar sein müssen, dass es Situationen gibt. Die eine Pflege zu Hause nicht mehr möglich machen. Es gibt Situationen, da ist eine WG, betreutes Wohnen oder andere alternative Wohnformen nicht mehr der richtige Ort. Dann ist die Pflege nur noch in einem Pflegeheim möglich.

 

3. Pflegeverfügung

Wenn Du Dir über Punkt 2 schon Gedanken gemacht hast und zu einem ähnlichen Schluss gekommen bist, wie ich es benannt habe. Dann ist es gut, wenn Du Dir auch Gedanken dazu machst. Welches Pflegeheim das richtige für dich ist. Du Dich mit den Einrichtungen in deiner Umgebung beschäftigst. Konkret eine Einrichtung oder mehrere auswählst, die für dich in Frage kommen.

Diese Entscheidung kannst Du in einer Pflegeverfügung festlegen.

Diese Pflegeverfügung ist zwar rechtlich nicht in der Weise bindend. Wie es eine Patientenverfügung ist. Aber du kannst deine Bevollmächtigten oder Betreuer, ein Handwerkszeug geben, dass Sie sich für deinen Willen einsetzen können. Ja sogar noch mehr, du kannst Sie dazu verpflichten dafür Sorge zu tragen, dass entsprechend dieser Verfügung gehandelt wird. Sofern der Inhalt nicht deinem Wohl widerspricht.

Was kannst Du noch in diese Pflegeverfügung eintrage:

  • wenn Du nicht vom anderen Geschlecht gepflegt werden möchtest
  • welche Pflegeprodukte auf jeden Fall eingesetzt werden sollen
  • welche Pflegeprodukte auf keinen Fall eingesetzt werden sollen
  • ob du eine Dusche oder ein Vollbad bevorzugst
  • welche Kleidung du tragen möchtest
  • welcher ambulante Dienst dich versorgen soll
  • und noch viel mehr.

4. Pflegezusatzversicherung

Zu diesem Thema habe ich schon in einigen Beiträgen meine Meinung geäußert. Letztendlich haben wir beim Thema Kosten der Pflegebedürftigkeit 4 Möglichkeiten:

  1. Du hast die Disziplin von deinem jetzigen Einkommen regelmäßig einen Betrag zur Seite zu schaffen und Ihn so anzulegen, dass Du im Falle einer Pflegebedürftigkeit zusätzliche Kosten dadurch decken kannst
  2. Du hast ein so großes Vermögen, dass es für dich kein Problem ist, alle Kosten, die durch eine Pflegebedürftigkeit entstehen zu decken.
  3. Du akzeptierst, dass im Fall einer Pflegebedürftigkeit nur ein bestimmter Betrag durch die Pflegeversicherung gedeckt ist und du dann zu Hause von deinen Angehörigen versorgt werden musst. Weil ein Umzug in ein Pflegeheim finanziell nicht leistbar ist.
  4. Du investierst im Monat einen kleinen Betrag in eine Pflegezusatzversicherung und bekommst je nach Versicherung einen Anteil der Kosten, die nicht von der Pflegekasse bedeckt werden, ersetzt.

 

Zum Thema Pflegezusatzversicherung habe ich einen kleinen Ratgeber erstellt. Diesen kannst Du hier herunterladen: Ratgeber Pflegezusatzversicherung

5. Krankenzusatzversicherung

In keinem Bericht, wenn es um Haus-/oder Fachärzte und Krankenhäuser geht fehlt der Hinweis, dass Privatpatienten dort ja bevorzugt behandelt werden. Abgesehen, davon, dass es nur noch für einen kleinen Teil der Bevölkerung attraktiv ist sich privat zu versichern. Gibt es auch für gesetzlich Krankenversicherte die Möglichkeit sich in bestimmten Bereichen den Status eines privat Versicherten zu erwerben. Das kannst Du durch den Abschluss einer Krankenzusatzversicherung erreichen.

Im Artikel Krankenzusatzversicherung – ja-nein-warum können Sie nähere Details dazu erfahren.

 

Welche Punkte sollten aus Deiner Sicht beachtet werden. Was ist Deine Meinung zum Thema Vorsorge? Schreibe Sie gerne in das Kommentarfeld.

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