Demenz – Was sind kognitive Störungen?

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 Ein Kunde sagte zu mir: „Ich kann mir vorstellen was eine Demenz ist, aber was sich hinter dem kognitiven Zeugs verbirgt. Da kann ich mir nichts vorstellen.“ Im Zusammenhang mit Demenz wird immer wieder von kognitiven Störungen oder kognitiven Beeinträchtigungen  gesprochen. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Ausdruck. „kognitive Störungen oder Beeinträchtigungen“. Um da Licht ins Dunkel zu bringen. Habe ich diesen Beitrag geschrieben.

Was ist Kognition

Im Duden finden Sie folgende Definition zur Kognition:

Gesamtheit aller Prozesse, die mit dem Wahrnehmen und Erkennen zusammenhängen.

Wird das Wort kognitiv benutzt dann geht es laut Duden um:

das Wahrnehmen, Denken, Erkennen betreffend

Andere Quellen schlüsseln noch deutlicher auf. Sie beschreiben, welche Fähigkeiten unseres Gehirns zur Kognition gehören:

  • die Wahrnehmung,
  • die Aufmerksamkeit,
  • die Erinnerung,
  • das Lernen,
  • das Problemlösen,
  • die Kreativität,
  • das Planen,
  • die Orientierung,
  • die Imagination,
  • die Argumentation,
  • die Introspektion,
  • der Wille,
  • das Glauben und einige mehr

Die Fähigkeiten Emotionen wahr zu nehmen. Setzt setzt zum Teil auch eine funktionierende Kognition Voraus. Dazu komme ich später noch genauer.

Wie Sie sehen ist der Begriff der Kognition ein mächtiges Wort.  Für uns Menschen beschreibt es Fähigkeiten. Die unsere Persönlichkeit ausmachen.

Kognitive Störungen und Demenz

Wie ich zu Beginn dieses Beitrages schon geschrieben habe. Wurde ich im Gespräch mit einem Kunden auf dieses Thema aufmerksam. Er hat sich mit dem Thema Demenz beschäftigt und gelesen, dass die Demenz eine Erkrankung des Gehirns ist. Diese Erkrankung würde sich in kognitiven Störungen äußern. Darunter konnte er sich zusammen reimen: „Wahrscheinlich ist das Vergessen mit kognitiven Störungen gemeint.“ Das sich dahinter so viel mehr verbirgt. Das wurde ihm erst in unserem Gespräch klar.

Welche Beeinträchtigungen können bei einer Demenz vorkommen?

Warum wird bei der Definition von  Demenz ein so großer Begriff wie Kognition verwendet. Warum werden die Einschränkungen, die entstehen nicht klar benannt? Das Problem liegt an dem Begriff Demenz.

Mit Demenz wird eine Erkrankung beschrieben, die bei jedem Menschen unterschiedlich aussehen kann. Niemand kann klar sagen, welche Beeinträchtigungen auf Sie zu kommen. Kein seriöser Arzt wird Ihnen sagen:

Sie bekommen:

  • Gedächtnisstörungen dieser Ausprägung
  • Sie können sich räumlich nicht mehr orientieren und
  • können nicht mehr rechnen.

Dies kann bei einer Demenz leider niemand Voraussagen.

Aus diesem Grund wird der Begriff kognitive Beeinträchtigungen verwendet. Er vereint all die Störungen, die eintreten können. Aber nicht zwingend eintreten müssen.

Wie weit dieser Begriff gefasst ist. Wird deutlich, wenn Sie sich ansehen, welche Beeinträchtigung im Verlauf einer Demenzerkrankung auftreten können:

Frühstadium bzw. leichte kognitive Beeinträchtigungen

Sie kennen sicher Menschen in Ihrem Umfeld oder Sie spüren es selbst. Je größer die Lebenserfahrung wird. Oder weniger charmant ausgedrückt. Werden Sie älter, verändert sich auch das Lernen, das Gedächtnis und die Konzentration.

Treten diese Veränderungen auf. Machen sich Viele Sorgen, dass Sie eine Demenz bekommen bzw. schon haben und gehen zum Arzt. Dies ist immer der richtige Schritt, wenn Sie Veränderungen an sich bemerken. Darauf habe ich schon in meinen anderen Beiträgen hingewiesen. Die Möglichkeit eine frühzeitige Diagnose zu stellen ist wichtig. Je frühzeitiger Sie einen Arzt aufsuchen. Desto größer ist die Möglichkeit andere Ursachen auszuschließen oder zu behandeln. Aber auch Ängste zu nehmen. Die die Lebensqualität beeinträchtigen können.

Trotzdem möchte ich Sie beruhigen. Es ist normal, dass ein kognitiver Abbau im Laufe des Lebens vorkommt.

Enkel-Trick und kognitiver Abbau

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, warum diese Enkel-Trick-Masche so gut funktioniert. Ein Faktor dafür ist der kognitive Abbau. Das bedeutet nicht. Das betroffene dement sind.  Nein. Im fortgeschrittenen Alter soll die Fähigkeit misstrauisch zu sein abnehmen. Dies ist nicht bei allen Mensch gleich ausgeprägt. Wie bei allen Veränderungen des Gehirns.

 

Der Arzt muss abschätzen ob die kognitiven Beeinträchtigungen, die Sie schildern, Ihrem biologischen Alter entsprechen, leichte kognitive Beeinträchtigungen vorliegen oder schon ein Frühstadium einer Demenz vorliegen.

Beim Frühstadium einer Demenz kann das Leben noch selbstständig erledigt werden. Viele vertraute Tätigkeiten im Alltag benötigen, im Vergleich zu bisher, mehr Zeit und werden immer wieder fehlerhaft ausgeführt. Störungen des Gedächtnisses werden in diesem frühen Stadium noch gut kompensiert.

Leichtes Stadium

Die Beeinträchtigung im leichten Stadium der Demenz fallen zunächst bei komplexeren Alltagsaktivitäten auf.

Darunter kann auch in diesem Stadium schon das Bezahlen mit Bargeld an der Kasse sein oder das Wahrnehmen von geschäftlichen Terminen. Trotzdem kann der Haushalt noch weitestgehend selbst erledigt werden.

Das Gedächtnis ist in den meisten Fällen schon beeinträchtigt. Diese Einschränkung kann aber meist weiterhin kompensiert werden. Außenstehende oder Familienangehörige stellen dann unter Umständen fest, dass mehr notiert wird.

Leben Sie mit dem betroffenen  Mensch nicht selbst zusammen, werden Sie die Beeinträchtigungen nicht wahr nehmen. Es sei denn Sie werden vom Betroffenen selbst thematisiert.

Außenstehende nehmen die Beeinträchtigungen erst wahr, wenn die Kompensationsstrategien nicht mehr erfolgreich sind.

Vielen Angehörigen fällt es schwer einen klaren Beginn der Erkrankung zu benennen. Das ist völlig normal. Gehen Sie davon aus, dass die Erkrankung schon monate- oder jahrelang zu Beeinträchtigungen geführt hat, bevor es ein Außenstehender wahr genommen hat.

Mittelschweres Stadium

Im mittelschweren Stadium einer Demenz können die Demenzkranken ohne Unterstützung und Hilfe  nicht mehr Leben. Es sind immer mehr Bereiche der Kognition betroffen.

Beim Schreiben hat sich mir gerade ein Gedanke in mein Gehirn geschlichen. Den möchte ich Ihnen nicht vorenthalten.

Ich beschreibe Ihnen gerade ein Szenario, das sich schrecklich  anhört und furchtbar ist. Das ist es. Oder auch nicht?

Fakt ist. Gehen wir die Auflistung der kognitiven Bereiche durch. Dann können Sie im mittelschweren Stadium viele Beeinträchtigungen finden:

  • die Wahrnehmung, –> es kann zu Halluzinationen kommen
  • die Aufmerksamkeit, —> die Konzentration nimmt ab, es kann Gesprächen nicht mehr gefolgt werden
  • die Erinnerung, —> Die Erinnerungsfähigkeit, an aktuelle Ereignisse nimmt immer weiter ab
  • das Lernen,
  • das Problemlösen, –> nimmt ab
  • die Kreativität,
  • das Planen, –> der Betroffene wird seinen Tag und die Zukunft immer weniger selbst planen,
  • die Orientierung, –> räumliche, zeitliche, situative Orientierung nehmen ab
  • die Imagination,
  • die Argumentation,
  • die Introspektion,
  • der Wille,
  • das Glauben und einige mehr

Stellen Sie sich vor Sie selbst kommen in diese Situation oder ein von Ihnen geliebter Mensch. Dann ist das eine furchtbare Vorstellung.

Der Alltag mit Menschen mit Demenz

Ich durfte und darf in meinem Leben mit vielen Menschen mit Demenz gemeinsame Zeit verbringen. Ich habe furchtbares erlebt:

ABER, ich habe viele Mensche kennen lernen dürfen, die haben im mittelschwerem Stadium  Fähigkeiten entwickelt oder kognitive Bereiche nutzen können. Die zu einer Verbesserung Ihrer Lebensqualität beigetragen haben.

ABER und das ist  eine deutliche Aufforderung an Sie alle. Dies gelang immer nur, wenn das Umfeld dies aktiv gefordert hat. Beziehungsweise das Umfeld so gestaltet war, dass es diese Entwicklung unterstützt hat.

Es gibt Menschen mit Demenz:

  • die Ihre Leidenschaft fürs Theaterspiel entdecken
  • die gerne Tanzen gehen,
  • die das Malen und Zeichnen für sich entdeckt haben.
  • Andere haben eine Drang sich zu bewegen und nutzen dazu das Fahrrad. Hier ist ein Navigationsgerät fürs Fahrrad ein wichtiger Helfer.

Viele Menschen ziehen in dieser Zeit in ein Pflegeheim um. Und es ist immer wieder schön zu sehen. Dass ein Großteil der Demenzkranken sich an diese neue Umgebung anpassen können. Sie lernen die Namen des Pflegepersonals und spüren, wer das Herz am rechten Fleck hat. Sie schließen neue Freundschaften. Oder finden einen neuen Lieblingsplatz.

Als ich gerade eben all die Beeinträchtigungen und Störungen aufgeschrieben habe. Da sind mir die vielen Menschen in den Sinn gekommen. Die ich bisher erleben durfte.

Aus diesem Grund dachte ich. Ich darf Ihnen nicht nur das schreckliche schildern. Ich muss Ihnen von meinen Erfahrungen schreiben. Die Menschen hatten viele Beeinträchtigungen, die ich aufgezählt habe.Sie konnten sich trotzdem mit Ihrem veränderten Leben arrangieren. Und ich habe sehr viel mit Ihnen lachen dürfen. Ja. Oft habe ich sogar eine große Lebensfreude erlebt.

Das Leben verändert sich im Laufe einer Demenz. Das steht außer Frage. Der Mensch auch. Aber es ist möglich Verbindungen aufzubauen und so die Lebensqualität des Menschen zu erhalten.

Vielleicht haben Sie es in meinen anderen Beiträgen schon heraus gehört. Ich bin ein Verfechter von Pflegeheimen für Menschen mit Demenz. Für Menschen im mittleren Stadium der Demenz ist dieser geschützte Rahmen eines Pflegeheimes eine gute Möglichkeit ein Leben zu führen, das eine größere Lebensqualität hat. Als in den eigenen vier Wänden.

Einige Gründe habe ich im Beitrag: Pflegeheimumzug: Pro und Contra schon aufgeführt. Werde dies, aber sicherlich noch in einem weiteren Beitrag genauer beleuchten.

Schweres Stadium

Ist ein Mensch im  schweren Stadium  der Demenz angelangt. Dann ist sein Erscheinungsbild wie es meist mit Demenz in Zusammenhang gebracht wird. Er benötigt bei allen Verrichtungen Hilfe. Und ist in den meisten kognitiven bereichen eingeschränkt. Trotz all der Beeinträchtigungen in den einzelnen Bereichen. Die Wahrnehmung bleibt davon weitestgehend unberührt.

Die Wahrnehmung von Nähe, zwischenmenschlichen Energien und Berührungen.  Aus diesem Grund ist es notwendig diese Fähigkeiten immer anzusprechen und zu nutzen. Menschen mit Demenz spüren sehr schnell, wenn Sie in Ihren Äußerungen und Ihren Handlungen nicht echt sind. Auch, wenn Sie es nicht mehr verbal äußern können. Sie spüren echte Nähe und Zuwendung.

FAZIT

Als ich die Definition von Kognition aufgeschrieben hatte. Habe ich gedacht. Dies wird ein kurzer Beitrag heute. Wenn ich Ihn mir jetzt ansehe. Ist er wieder ausführlicher geworden.

Mir ist es ein Anliegen. Deutlich zu machen. Trotz aller Beeinträchtigungen die eine Demenz verursacht. Gibt es immer noch eine große Anzahl an Fähigkeiten. Diese zu fördern und zu nutzen sind sehr wichtig. Gelingt dies. Dann zeigt sich oft eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität des Menschen mit Demenz. Und der Menschen, die mit ihm zusammen leben.

Konnten Sie meiner Ausführung folgen? Was sind Ihre eigene Erfahrungen zu diesem Thema. Ich freue mich, wenn Sie die Kommentarfunktion zur Diskussion nutzen.

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